Mein Blog

 

19. World Military Triathlon Championship

19. World Military Triathlon Championship

Am vergangenen Wochenende stand die Militär-WM in Warendorf an. So reisten wir also bereits am Donnerstag mit Heimvorteil in der Sportschule Bw Warendorf an. Abends stand auch gleich die Eröffnungsfeier an, so schmissen wir uns in den Dienstanzug und fuhren nach Sassenberg zum Marktplatz. Bei molligen Temperaturen war dann tatsächlich militärische Klasse gefordert. Während unten das „Wasser“ aus der Hose lief, die dicke Jacke für einen Hitzestau sorgte und wir etwa eine Stunde auf den Beginn der Veranstaltung warteten, versuchten wir trotzdem einen guten Eindruck zu machen.

Als Gastgeberland erhielten wir die Ehre als letzte Nation auf den Marktplatz zu marschieren. Nach den einleitenden Worten durch verschiedene Personen- zwischendurch erlitten wir kreislaufbedingt schon die ersten Ausfälle - war die WM dann nach einer weiteren Stunde auch schon eröffnet. Zurück in der Kaserne wurde wieder die zivile Kleidung übergestreift und man traf sich auf eine gesellige Runde.

Am nächsten Tag wurden die Strecken des Sassenberg-Triathlon erkundschaftet und das Material für den Wettkampf vorbereitet. Entgegen aller Erwartungen begann es am Samstag zu regnen und hörte bis zum Start auch nicht mehr auf. Der Wettkampf an sich war ein klassischer Triathlon wie ich ihn aus meiner Kindheit kannte. Eine - ich nenne es mal funktionelle- Wechselzone auf einem Feld direkt neben dem See, Windschattenverbot und seit langem musste ich auch mal wieder ein Startnummernband in die Wechselzone legen. Allein die tollen Erinnerungen meiner Kindheit, die dabei hochkamen, waren die Reise schon wert. Nach einer militärischen Wettkampfbesprechung vor dem Start ging es dann pünktlich um 11:15 Uhr los. Militärisch bedeutet in diesem Fall: es war eine kurze und deutliche Ansage. Ich traute mich später auf dem Rad jedenfalls kein Windschatten zu fahren ;-)

Aber erstmal kurz zum Schwimmen. Der Start erfolgte als Landstart, nach wenigen Schritten ging es dann direkt in die Schwimmlage über. Auf dem Weg zur ersten Boje befand ich mich im ersten Drittel des Feldes. Geschwommen wurden 1,5 Runden, da der Ausstieg sich auf der anderen Seite des Sees befand. Auf dem Weg zum kurzen Landgang arbeitete ich mich in eine dreiköpfige Verfolgergruppe vor. Vorne waren ein Chinese und wie zu erwarten Raphael ein wenig entkommen. Nach dem Landgang entschloss ich mich, die Verfolgung der beiden aufzunehmen und schwamm so bis zum Ausstieg komplett am Anschlag und schaffte es quasi auf dem letzten Meter die Füße des Chinesen einzuholen. Beim Wechsel arbeitete ich mich bereits auf den zweiten Rang nach vorne. Beim Aufspringen auf das Rad rollte ich gleich an die Führungsposition. Bei leichtem Regen und nasser Fahrbahn fuhr ich sofort recht sportlich los und konnte mich von meinen Verfolgern absetzen. In den kritischen Kurven ging ich nach dem Motto „Straße nass, Fuß vom Gas“ etwas vorsichtiger ans Werk, ansonsten sorgte ich für konstant hohe Spannung auf der Kette. Mit einem Vorsprung von knapp über 2 Minuten stieg ich nach 40km mit etwas wackeligen Beinen vom Rad. Doch auch auf der wirklich abwechslungsreichen Laufstrecke fand ich gut ins Rennen und konnte einen soliden Lauf absolvieren. Erst auf den letzten 200m kamen die ersten kleineren Krämpfe als Folge meiner Kamikaze-Fahrt auf dem Rad. Ich bin super glücklich mit dem Rennverlauf, ich hatte viel Spaß und kann nun einen weiteren Titel nämlich den des Militär-Weltmeisters mit nach Hause nehmen. Darüber hinaus konnten wir auch die Teamwertung der Männer zusammen mit Jonathan Zipf (Platz 3) und Steffen Justus (Platz 8) gewinnen und ebenfalls Gold gab es in der Mixed-Teamwertung mit allen gerade genannten Jungs und Hanna Philippin (Platz 4).

Nun wird das Zeitfahrrad wieder gegen mein Straßenrad getauscht und die Vorbereitungen für die Deutsche Meisterschaft in Grimma laufen auf Hochtouren.