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Australien Teil 1

Morgens halb Zehn in Deutschland....

Australien Teil 1

Zwei Triathleten packen ihr Gepäck aus dem Auto, es sieht aus, als wenn sie auswandern wollten. Schwer beladen geht es Richtung Bahnsteig, doch es stehen noch zwei große Hindernisse an. Eine Treppe hinab in die Unterführung, eine wieder nach oben zum Gleis. Da fragt man sich, wer hat den Fahrstuhl ans andere Ende dieses Bahnhofes gebaut?

Ein netter Mann erliegt dem freundlichen Lächeln von Hanna und schleppt den bestimmt 25kg schweren Koffer die Stufen hinunter. Trotz der deutschen Kälte bilden sich die ersten Schweißperlen auf der Stirn, doch es hilft nichts, der Zug fährt in drei Minuten. Schnell schleppen wir uns die letzten Stufen zum Gleis hinauf. Die Zeit reicht gerade noch, sich von der Jacke zu befreien, da kommt auch schon der Zug angerollt. Welch ein Timing! Keine fünf Minuten später befinden wir uns auf der Rolltreppe zum Terminal 1C.

 

Dort angekommen, gehen wir an einer laaangen Schlange vorbei, bis zu unserem „privaten“ Schalter, ein kleines Lächeln und einen freundlichen Blick konnte ich mir nicht verkneifen […].

Mittlerweile ist es 11:30 Uhr, wir haben mal wieder bis zum Last-Call durchgehalten, doch nun begeben wir uns ebenfalls in den A380 nach Singapur. Sehr erfreut über einen Mittelplatz checke ich die Flugzeit (11,5h) und das Entertainmentprogramm. Beides nicht besonders vielversprechend. Da wir gegen Abend in Brisbane landen sollten, mussten wir unbedingt etwas Schlaf auf dem ersten Flug bekommen, doch es war ja gerade erst Mittag...!

Den zweiten Flug musste man am besten komplett wach bleiben, damit man die Zeitumstellung schnell meistern konnte. Kurz nach dem Abflug wurde die erste Mahlzeit ausgeteilt, die Nahrungsaufnahme wurde mit zunehmender Zeit schwieriger, denn es gab einige Turbolenzen, die immer schlimmer wurden. Nach dem Essen versorgte ich mich mit einer Schlaftablette, freute mich noch etwas mit meinen Nachbarn, denen das Geschauckel nach dem Essen nicht so gut bekam und sank langsam in den Schlaf. Nach 2,5h erwachte ich wieder. Alles war dunkel und ruhig, doch bei mir war es vorbei, ich konnte nicht mehr schlafen. Also schaute ich ein paar Filme und stöberte ein wenig in den Charts von 1960-2012.

In Singapur gelandet begaben wir uns sofort ins Schwimmbad, etwas abkühlen und duschen. Doch wirklich viel Zeit blieb uns nicht, denn der Flug nach Brisbane wartete schon auf uns. Zum Glück war dieser Abschnitt etwas kürzer und mit dem ein oder anderen Film verging die Zeit relativ schnell. Allein unser Trainer Marek hatte das System mit der Zeitumstellung nicht ganz verstanden und nockte sich mit einer Schlaftablette für den gesamten zweiten Flug aus. Für ihn standen nun harte Tage bevor...

Für die Einreise musste das entsprechende Formular ausgefüllt werden und nachdem wir auf Herz und Nieren überprüft wurden und vier Mal befragt wurden, warum wir hier sind und ob wir etwas unerlaubtes dabei hätten, konnten wir endlich zu unserem Gepäck. Anschließend wurden wir auf einer Linie aufgestellt und von Hunden beschnüffelt. Danach durften wir uns endlich auf den Weg ins Hotel machen, Probleme mit dem Einschlafen hatte ich definitiv nicht.

In Australien läuft das Leben etwas anders ab. Aufgrund der aggressiven Sonne und der damit verbundenen Hitze beginnen die Tage sehr früh. Auch das hohe Verkehrsaufkommen war ein Grund für die frühen Trainingseinheiten. 4:55 Uhr aufstehen, frühstücken und umziehen, 5:30 Uhr Beginn der ersten Einheit. Eine 96km lange Radtour auf einer landschaftlich schönen Strecke, hier überhaupt kein Problem! Nur die Autofahrer darf man nicht unterschätzen, als Radfahrer hat man in Australien überhaupt nichts zu melden und da man sowieso immer den kürzeren zieht, sollte man auch dementsprechend vorsichtig fahren. Bei dieser Ausfahrt gab es durchaus sehr knappe Überholmanöver, sowohl auf gerader Strecke, als auch auf einer Abfahrt, wo uns ein deutscher Autofahrer überhaupt nicht eingeholt hätte.

Ein Highlight war definitiv das Lauftraining im „Känguru-Park“, den wir leider erst sehr spät direkt hinter unserem Hotel entdeckten. Hier verging die Zeit wie im Fluge, tausende von Kängurus zum Greifen nahe! Dazu Koalas oben in den Bäumen und viele weitere Tiere. Das Schwimmtraining fand im Super Sports Center um die Ecke statt. Zu Beginn mussten wir dorthin aber auch zum Frühstück und Abendessen mit dem Auto fahren. Linksverkehr und „da hat doch tatsächlich jemand den Blinkerhebel mit dem Scheibenwischer vertauscht“, machten die Fahrten sehr unterhaltsam.

Später zogen wir in eine Lodge, direkt auf dem Gelände des Sports Centers. Ein kleines Häuschen mit 10 Doppelzimmern, Gemeinschaftsbädern und einer „Küche“. Der Umzug erfolgte an meinem Geburtstag. Ich kann mich deshalb noch so gut daran erinnern, weil ich gleich morgens beim Schwimmen feststellen musste, dass es mit 22 Jahren immer noch so schwerfällig ging wie mit 21 Jahren....

 

Wenige Tage nach dem Einzug, machten wir uns auch schon wieder auf den Weg an die Sunshine Coast, zum Weltcup nach Mooloolaba.