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Cremona

Meine Reise nach Cremona war von Anfang an.... Wie sag ich das am besten, ja vielleicht ist kompliziert der richtige Begriff. Im Trainingslager Saarbrücken erfuhr ich während des Frühstücks, dass der Wettkampf, wie auch schon in Antalya von Samstag auf Sonntag verschoben wurde. Da ich aber extra früh gebucht hatte, reiste ich schon am Donnerstagmittag an und musste einen Tag selber zu sehen, wie ich die Zeit am besten "totschlagen" konnte.

Nach meiner Ankunft bummelte ich  in der City und kaufte mir etwas zu Mittag. Nachdem ich dann im Hotel abgehängt hatte, entschied ich mich für einen lockeren Lauf um meine müden Beine in Schwung zu bringen. Im Hotel zurück erging es mir wie so oft... Der Hunger kam mal wieder viel zu früh zurück! Also nix wie los und ein Restaurant zum Abendessen finden, natürlich allein. Als ich dann feststellte, dass ich wohl erst ab 19:00 Uhr an was Essbares kommen würde setzte ich mich in den Stadtpark und beobachtete das rege Treiben. Ein kleiner Park in der City und gefühlt hielten sich hier fast alle auf. Kinder spielten Fußball oder fuhren mit einer Elektro-Bimmelbahn um den Park, während die Eltern im Schatten Zeitung lasen. Joar, nach 5min hatte ich dann auch jeden Baum, die Bimmelbahn, sowie das Fußballspiel analysiert. Ein Blick auf die Uhr zeigte mir, immer noch 15min... Also mindesten 30min bis ich etwas zu essen vor mir haben würde. Wieder eiert die Bahn an mir vorbei und ich frage mich, wer für 4 Runden 5€ hinblätterte. Naja jedem das seine, ich würde dieses Geld wohl in mein Essen investieren :D

Als es dann endlich soweit war, ging ich in eine Pizzeria und orderte eine Pizza, was sonst! Nach der Hälfte überlegte ich mir, ob ich mir wohl noch eine bestellen sollte, entschied mich aber dagegen und kaufte noch ein Baguette im Supermarkt. So allein im Restaurant ist halt nicht sooo gemütlich ;)
 
Ich muss sagen, ich war dann auch froh, als die anderen kamen. An diesem Abend gab es dann auch 1,5 Pizzen für mich, wobei die Bedienung bei der Bestellung von zwei Pizzen etwas komisch guckte und nochmal genau nachfragte.
Am Samstag folgten die nächsten Highlights dieser Tour. Beim Frühstück vernahm ich ein kurzes Knacken im Mund und fand meinen halben Schneidezahn im Marmeladenbrötchen wieder. Der Zahn war schon früher gebrochen, wieder angeklebt worden und versagte nun in Italien, direkt vor einem Wettkampf. Nach einem kurzen Schock, versuchte ich die Sache mit Humor zu nehmen, wozu die anderen kräftig ihren Teil beitrugen. Die Streckenbesichtigung erfolgte dann ohne größere Probleme, abgesehen von der "Dusche", die wir auf der Radstrecke erhielten.
Am Nachmittag kamen dann zu allem Überfluss noch Halsschmerzen dazu. Wie sagte César am morgen so schön " Der Teufel scheißt immer auf den gleichen Haufen!". Langsam fand ich das sehr zutreffend und war gespannt was noch so auf mich zu kommen würde.
Während des Briefings holte mich die "Sache" mit dem verschobenen Wettkampf wieder ein, denn der Start wurde auf 12:25 verschoben und mein Shuttle zum Flughafen sollte direkt nach dem Wettkampf um 13:45 fahren. Naja, dachte ich mir! Darf ich halt nur nicht zur Dopingkontrolle. Dass ich mein Rad nicht selbst mit nach Hause nehmen können würde war mir schon im Vorfeld klar geworden und ich bat Lisa mein Rad mit nach Frankfurt zu nehmen und dort bei der DTU abzugeben.
Doch wie so oft kommt alles anders als geplant. Die Nacht von Samstag auf Sonntag war nicht besonders erholsam und die Schmerzen im Hals waren definitiv schlimmer geworden.
Trotzdem stand ich um 8:30 in der Wechselzone II und platzierte meine Schuhe. Als ich dann zu einem kleinen Lauf aufbrechen wollte, traf ich auf Dan unseren Coach. Seinem bohrenden Blick und der kritischen Frage wie es mir geht, konnte ich nichts entgegensetzen und berichtete von der aktuellen Lage. Ohne zu zögern bekam ich ein "Startverbot" erteilt, was im Nachhinein vielleicht auch ganz gut war, doch in diesem Moment war ich damit etwas überfordert und zu tiefst enttäuscht. Dass ich mich anschließend bei einem Kampfrichter abmelden musste und meine Schuhe, die ich ja gerade vor 10min platziert hatte, wieder aus der Wechselzone holen musste, hob meine Stimmung nicht unbedingt.
Das einzig Positive an der Sache wahr wohl, dass ich meinen Flieger samt Rad ohne Probleme erwischt habe. Alles in allem, ein ziemlich vergurktes Wochenende.