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Das Wort mit C... und der Saisoneinstieg

Das Wort mit C... und der Saisoneinstieg

Es ist mal wieder viel zu viel Zeit verstrichen.

Beim meinem letzten Blog ging das ganze Chaos ja erst los! Mittlerweile kann man ja fast schon sagen, es ist wieder Normalität eingekehrt.

Zwischenzeitlich waren für uns alle Schwimmbäder geschlossen und es kam zu einer Zwangspause von 8 Wochen. Glücklicherweise hat es Deutschland nicht ganz so hart getroffen wie andere Länder und wir durften uns weiterhin an der frischen Luft bewegen – Laufen und Radfahren also kein Problem. Trotzdem ließ ich es ein paar Wochen etwas ruhiger angehen. Nachdem das Schwimmbad unter speziellen Hygienevorschriften wieder für uns geöffnet hatte, nahm das Training so langsam wieder Fahrt auf. Leider kamen dann auch die ein oder anderen Probleme im Laufen. Es begann mit verspannter Muskulatur und endete mit Schmerzen bei jedem Schritt. Über Wochen arbeiteten wir für eine Verbesserung. Nach einer gefühlten Ewigkeit konnte ich zumindest wieder locker laufen, nicht schmerzfrei  - aber laufen. Nur sehr langsam und mühsam ging es weiter voran, es war ein ständiges Auf und Ab. In einem Moment fühlte es sich gut an, im nächsten wieder katastrophal.

 

Nachdem sich die Lage etwas stabilisiert hatte, zumindest beim lockeren Laufen, entschied ich mich ein kurzes Camp in Kienbaum  mit dem Nachwuchs der DTU zu absolvieren. Ich wollte mir dort die Strecken für die Olympiaqualifikation 2021 anschauen, zudem war es ein willkommener Tapetenwechsel. Von dort ging es dann direkt nach Avis/Portugal. Zusammen mit Joao Silva absolvierte ich dort ein Hitze-Trainingslager. Auch wenn es bereits in Deutschland schön warm war...Portugal hat nochmal eine Schippe drauf gelegt. In der ersten Woche wurden wir direkt gegrillt. Maximaltemperaturen von 43 Grad waren angesagt. Selbst wenn mal ein Windstoß kam, wünschte man sich im nächsten Moment, einer würde den Heißluftfön bitte direkt wieder abstellen. Nach spätestens zwei Stunden auf dem Rad war man ausgetrocknet und musste an einer Tankstelle oder einem Supermarkt die Radflaschen wieder auffüllen. Beim Schwimmen hatten wir die Qual der Wahl, wir hatten die Möglichkeit in einem kleinen Schwimmbad zu schwimmen, welches nur für uns öffnete oder im großen See direkt vor der Hoteltür. Dort befand sich auch eine riesige Regattastrecke der Ruderer. Der Hotelchef ließ uns kurzerhand zwei Pontons im Abstand von 400m auf der Regattastrecke anbringen und markierte alle 100m mit einer großen farblichen Boje. Unser Coach bekam natürlich ein Motorboot, von dem er uns immer genauestens im Blick behalten konnte. In der ersten Woche heizte sich der See sogar auf über 30 Grad Wassertemperatur auf. Ich glaube das erste Mal, dass ich beim Schwimmen nicht gefroren habe:-D

Aber nen Müh zu warm war es schon, aber da muss ich ganz klar sagen: lieber etwas zu warm, als immer frieren.

In der zweiten Woche kühlte es sich etwas ab und es war mit knapp 35 Grad fast angenehm. Nach guten zwei Wochen war das Camp schon wieder viel zu schnell vorbei und wir machten uns auf den Heimweg. Joao stand sein erstes Rennen in 2020 in der französischen Liga bevor, ich machte mich wenige Tage später auf den Weg nach Rotterdam.

In Rotterdam fanden die Arena Games der Triathlon Superleague statt.

Ein neues,  coronafreundliches Format. Geschwommen wurde im 50m-Pool, je Sportler eine Schwimmbahn. Das Radfahren wurde auf einem Smart-Trainer absolviert und der abschließende Lauf auf einem Curved-Laufband, welches man selber antreiben musste.

Das Format bestand aus drei Läufen mit jeweils ca. 3min Pause:

  1. Schwimmen / Radfahren / Laufen
  2. Radfahren / Laufen / Schwimmen
  3. Laufen / Schwimmen / Radfahren

Für den Sieg in jedem Durchgang gab es 10 Punkte, Platz zwei noch 9 Punkte und so weiter. 

Im ersten Durchgang landete ich auf dem 4. Platz. In Durchgang zwei war ich dann warm gelaufen und konnte diesen sogar für mich entscheiden. Im letzten Durchgang lief dann alles auf ein packendes Duell um den Sieg hinaus. Dies war mir in der Situation nicht wirklich bewusst, denn ich war so auf das Rennen und die Abläufe fokussiert, dass ich nicht auf dem „Schirm“  hatte wie es taktisch um das Gesamtranking stand. Zu diesem Zeitpunkt lag noch Jonas Schomburg auf dem ersten Rang. Im letzten Durchgang konnten sich dann aber Javier Gomez und Vasco Vilaca vom Feld absetzen und gingen mit etwas Vorsprung auf die Radstecke, direkt dahinter bildete ich zusammen mit Jonsa die nächste Zweiergruppe, gefolgt vom Hauptfeld. Für den Sieg musste ich Jonas schlagen und noch zwei Athleten zwischen uns platzieren – dies war mir aber nicht bewusst und so gaben wir beiden alles. Aus meiner Perspektive gesehen holte uns das Hauptfeld aber kurz vor dem Ziel ein und es kam zu einem Massensprint um Platz 3 im laufenden Durchgang. Am Ende musste ich mich nur Donald Hillebregt geschlagen geben und kam so im dritten Lauf erneut auf den 4. Platz.

Da Jonas im Sprint verlor und nur auf Rang 10 ins Ziel kam, war mir der Sieg sicher. Bis das Gesamtergebnis aber bei uns in der Halle auf dem Monitor aufblinkte dauerte es eine gefühlte Ewigkeit und ich konnte es nicht fassen! 

Mit dem Sieg bei der Superleauge in der Tasche bereite ich mich nun auf das nächste Rennen, das WTS Rennen in Hamburg am 05.09. vor.

Bis dahin gibt es noch einiges zu tun.