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DM Grimma

DM Grimma

Dieses Jahr kam ich nach 6 Jahren mal wieder zurück nach Grimma. Die Anreise erfolgte bereits am Freitagabend zusammen mit meinen Teamkollegen Johnny und Resi. Ich denke, nächstes Jahr stelle ich die beiden für meinen privaten Shuttle-Service an. Schon bei den letzten beiden Rennen wurde ich bestens ans Ziel gebracht und hatte immer richtig gute Rennen :)

Da wir in die Nacht hinein fuhren, hatte wir unser Abendbrot mit an Bord. An einer gemütlichen Dieselzapfsäule breiteten wir auf halbem Wege unser Buffet aus. Wenigsten hatten wir ein Dach über dem Kopf und scheinbar hatte man auch Mitleid mit uns, da man uns nicht verscheuchte.

Am Samstag stand noch ein straffes Programm auf dem Plan, kurzer Auftaktlauf, Frühstück und direkt ins Schwimmbad. Im Anschluss ging es dann für Sophia und mich, im Amt der Athletensprecher, zur Sitzung des Leistungssportauschuss der DTU. Die Sitzung hat sich gelohnt, zumindest wusste ich gleich Bescheid, dass mein Antrag für einen Start bei der WM in Rotterdam abgelehnt wurde. Leider habe ich die Quali (Top 30 im WTS Gesamtranking) mit meinem einen Rennen in Hamburg knapp verpasst. In Yokohama habe ich es ja leider aufgrund eines Platten nicht bis ins Ziel geschafft. Ich möchte diese Entscheidung an dieser Stelle keinesfalls Fall kritisieren, wenn Regeln aufgestellt werden ist es nur konsequent, sich auch daran zu halten. Dies dann aber auch konsequent in jedem Fall. Alternativ starte ich nun den Weltcup eine Woche später in Huelva.

Sonntag ging es dann endlich ans Eingemachte, nämlich den Titel des Deutschen Meisters in Grimma und darüber hinaus auch um den Bundeskaderstatus für das kommende Jahr. Geschwommen wurden die 750m in der Mulde, die ersten Meter gegen die minimale Strömung, nach der Wende ging es mit etwas „Rückenwind“ Richtung Ausstieg. Am Start kam ich gut weg, verlor aber die Beine der ersten beiden Athleten auf dem Weg zur ersten Boje. Auf dem Rückweg hatte ich dann meinen Platz und konnte die Lücke nach vorne wieder schließen. An Position vier stieg ich aus dem Wasser, wechselte mich auf Position zwei und nach dem Aufstieg war ich bereits auf der ersten Position. Wie immer machte ich zu Beginn richtig Alarm um das Feld auseinander zu reißen. Als ich mich umdrehte, war lediglich noch Tim Hellwig kurz hinter mir. Die ersten Kilometer absolvierten wir zusammen, bis ich ihn leider im technischen Teil der Stadt verlor. Kurz hatte ich noch überlegt zu warten, entschied mich dann aber für eine Solo-Flucht. Die etwa 20 Sekunden hielt ich recht konstant über die 20km. In der Stadt konnte ich die Lücke immer etwas vergrößern, diesen Vorsprung büßte ich dann immer auf der „Roller-Passage“ wieder ein. Zwischendurch hatte ich mir immer wieder einen Aufsatz oder auch mal kurz etwas Windschatten gewünscht. Doch ein Rückzieher war jetzt nicht mehr drin, die Beine waren für eine reine Laufentscheidung etwas zu angeschlagen. Also wenn ich explodieren sollte, dann wenigste mit einem coolen Aufritt bis dorthin. Allerdings wusste ich nach dem windschattenfreien Rennen in Warendorf, wie es sich mit angeschlagenen Beine so läuft. Die ersten zwei Laufrunden verliefen soweit ganz gut und ich verlor nur minimal an Vorsprung. In Runde drei bekam ich Seitenstechen und dachte schon:„okay das war’s dann jetzt wohl“. Glücklicherweise erholte ich mich recht schnell wieder und konnte wieder auf’s Tempo drücken. In der Zwischenzeit war Johnny mir schon gefährlich nahe gekommen, doch nach einer flotten letzten Runde konnte ich endlich erschöpft ins Ziel fallen. Was für ein cooles Rennen, bisher kannte ich solche Rennsituationen immer nur von Flora Duffy aus dem Fernsehen, dass ich selber mal in eine solche Situation kommen würde hätte ich nie gedacht.

Nun heißt es noch ein paar Tage das richtige Maß an Entlastung und Aktivierung zu finden, bevor es am Samstag beim WTS Rennen in Stockholm wieder ernst wird. Aber ich bin mir sicher, Dan und ich werden das richtige Maß dafür finden.

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