Mein Blog

 

EM Kitzbühel

EM Kitzbühel

Auf die EM in Kitzbühel hatte ich mich ganz besonders gefreut, denn bereits vor drei Jahren stand ich dort für eine Elite Europameisterschaft am Start. Der Wettkampf bietet eine einzigartige Kulisse und auch die etwas abgeänderte Radstrecke war doch nicht so langweilig wie sie zuerst auf mich wirkte.

Leider war das Pech mal wieder auf meiner Seite und so verspürte ich schon am Anfang der Woche ein leichtes Kratzen im Hals. Vor der Abfahrt am Mittwoch lies ich mich noch schnell checken, die Untersuchung war unauffällig. Doch häufig hinken Entzündungswerte etwas hinterher, entscheidend war aber mein Gefühl und das sagte mir: irgendwas passt nicht zu 100%. Die Tage vor dem Wettkampf gestaltete ich daher extrem ruhig mit lediglich einer ganz kurzen Aktivierung am Vortag. Die Ruhe tat gut und es ging mir wieder besser, doch so eine Erkältung kostet einfach Kraft, die man bei zwei Stunden Renndauer gut gebrauchen kann.

Nach dem Start kam ich gut weg und konnte mich auf dem Weg zur ersten Boje in der Spitze unter den Top 5 positionieren. Auch auf der zweiten Schwimmrunde gab ich diese Position nicht mehr ab. Mit einem schnellen Wechsel sprang ich als dritter aufs Rad und übernahm sofort die Führung, denn ich wusste, dass das Feld wie an einer Perlenschnur aus dem Wasser kam und nur mit einem hohen Anfangstempo reißen würde. Dies gelang vorerst auch sehr gut, denn es formierte sich eine kleine Spitzengruppe. Jedoch wurden wir nach zwei Runden von der Verfolgergruppe gestellt, sodass die Spitzengruppe auf 19 Athleten anwuchs. Bis zum zweiten Wechsel wuchs die Gruppe nicht mehr an und wir konnten unseren Vorsprung bei etwa einer Minute halten. Nach dem zweiten Wechsel führte ich das Feld auf der Laufstrecke an und konnte bis 1,5km auch in der Spitzengruppe mitlaufen. Danach ging meine Leistung Stück für Stück komplett in den Keller, bis ich nur noch joggen konnte. Jeglicher Versuch bei vorbeilaufenden Athleten mit zu gehen scheiterte, bis die Beine irgendwann nicht einmal mehr zuckten. So joggte ich in der Hoffnung auf ein paar Pünktchen noch bis zum Ziel. Die Enttäuschung war natürlich groß, doch jetzt ein paar Tage später sehe ich das Rennen doch eher positiv an. Die Erkältung wurde nach dem Rennen schlechter, ich war also definitiv nicht im vollen Besitz meiner Kräfte am Start und konnte dennoch in allen Disziplinen gute Ansätze zeigen. Schade, aber nun heißt es gesund werden und es gibt ja noch einige Rennen dieses Jahr zu bestreiten.

Zugehörige Artikel