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Europacup Antalya

Es kam mir vor wie eine Ewigkeit.... Wie lange hatte ich keinen Wettkampf mehr bestritten? Es müssten ca. 6Monate her sein, doch es kam mir noch viel länger vor. Mir wurde erst jetzt wieder bewusst, was ich so lange vermisst hatte. Am Wettkampftag oder auch mal einen Tag vorher, liegt man auf seinem Bett,  versucht sich zu entspannen und die Zeit tot zu schlagen. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass man in Gedanken schon mitten im Rennen steckt und man plötzlich merkt wie sich der Puls automatisch erhöht. Bei jedem Schlag scheint es den ganzen Körper zu schütteln.... Herrlich diese Mischung aus Aufregung und Vorfreude!

 

Umso schöner, wenn man dann endlich an die Startlinie tritt und loslegen kann. In Antalya war das Ziel klar, denn ich hatte aus dem letzten Jahr noch eine Rechnung mit meiner Schwimmleistung offen. Also "all-out" und die erste Radgruppe erwischen. Durch die gesammelten Punkte aus der letzten Saison, hatte ich dieses Jahr eine etwas niedrigere Startnummer und konnte mir somit noch eine gute Position sicher. Die Strömung hatte ich in diesem Jahr mit eingerechnet ;)

An der ersten Boje angekommen wurde es ziemlich eng, doch ich befand mich im vorderen Drittel und nutze die innen Kurve. Nachdem ich einen nervigen Konkurrenten, der immer wieder versuchte sich an mir nach vorne zu ziehen durch eine kleinen Brustbeinschlag abwimmelte, konnte ich mich wieder auf die Mission erste Radgruppe konzentrieren. Nach der ersten Runde versuchte ich mich zu orientieren, was nicht so einfach war, da ich nur den Beinschlag meines Vordermannes sah. An einer Boje sah ich dann die Spitze, nur wenige Meter vor mir! Nach dem Wechsel befand ich mich also in einer 14-Köpfigen Spitzengruppe, die nicht lange zögerte und vom ersten Meter an zusammen arbeitete.

So vergrößerten wir unseren Vorsprung bis zum Schluss auf 3:30min. Das Rennen verlief ähnlich wie im letzen Jahr, mit dem Unterschied, dass ich mich diesmal vorne befand. Durch gute Windbedingungen stiegen wir schon nach 53 min von Rad, was einem Schnitt von 45 km/h entspricht. Nachdem ich erfolgreich in die Laufschuhe gewechselt war, wurde ich etwa bis auf Platz acht nach hinten durchgereicht. Doch nach nicht mal 1,5km legte sich ein Schalter bei mir um,  ich machte mich auf die Verfolgung und arbeitete mich auf Position vier. Von dort waren es 15 Sekunden auf einen Podestplatz. Zwischenzeitig kam ich einige Sekunden näher, im Ziel betrug mein Rückstand aber wieder 14 Sekunden. Auch wenn für mich nur noch die "Holzmedaille" blieb, bin ich sehr zufrieden mit dem Rennen.