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Finale Chicago

Finale Chicago

Nachdem schon am Donnerstag das Junioren Rennen in einen Duathlon gewandelt wurde und am Freitag die Strecken und Zeitpläne der U23, Juniorinnen und Elite Frauenkomplett umgestellt wurden, gab es in der Nacht vor unserem Rennen eine Sturmwarnung.

Dieser Sturm kam auch und zerstörte leider Teile des Startpontons.

Dies führte zu einer kurzfristig geänderten Schwimmstrecke ohne Landgang und einer zweiten Wechselzone welche noch schnell eingerichtet wurde.
Für den Start mussten wir erst ins Wasser und zum Ponton schwimmen, um unsere Startpositionen einzunehmen.Nach 1,5km stiegen wir also 750m von der ursprünglichen Wechselzone aus dem Michigan See und fuhren über einen Zubringer auf die Runde. Die restliche Strecke blieb wie geplant bestehen.

Mein Ziel hatte ich vor dem Wettkampf klar definiert. Ich wollte mich in der Gesamtwertung in die Top20 schieben. Dies ist mir leider nicht gelungen, da der Rennverlauf mir auch nicht wirklich entgegen kam. Nach einem extrem umkämpften Schwimmen war ich ziemlich froh endlich auf's Rad steigen zu dürfen. Nach wenigen Metern bekam ich was auf die Schwimmbrille, was zu erschwerter Orientierung führte.

Die tiefstehende Sonne waren wir ja bereits aus Hamburg gewöhnt, doch hier tat sie ihr Übriges, ich war völlig blind und ließ mich durch Körperkontakt von rechts und links bis zum Ausstieg leiten. Auf dem Rad verlor ich nach wenigen Metern eine meiner Trinkflaschen, zum Glück war es nur die Flasche mit Wasser und so heiß war es zu dieser Uhrzeit auch nicht mehr. Nach der ersten Runde formierten sich dann zwei große Radgruppen. Ich befand mich mit sämtlichen Favoriten in einer 35-Mann starken Führungsgruppe, bei der lediglich Murray als weiterer Top-Favorit fehlte. Daher waren wir uns vorne nicht wirklich einig und verloren unseren Vorsprung von gut 50 Sekunden.

In der vorletzten Runde schloss das Feld zusammen. So kurz vor der Wechselzone wurde es nun immer hektischer und gefährlicher, da bekanntlich alle vorne vom Rad steigen wollen. Der Radkurs hatte es mit seinen gut 54 harten Antritten wirklich in sich und so ging ich nach einem guten Wechsel mit etwas wackeligen Beinen auf die Laufstrecke. Auf der ersten von vier Runden hielt ich mich ganz gut, bekam dann auf der Zweiten aber etwas Probleme und viel auf Platz 50 zurück. Doch schnell fand ich wieder meinen Schritt und machte einen Platz nach dem anderen gut. Es machte richtig Spaß an so vielen Athleten vorbei zu fliegen.

Manche waren auch hartnäckiger, aber letztendlich konnte ich mich durchsetzten. Auf den letzten 200m überholte ich gleich drei Athleten auf einmal. An Position 30 überquerte ich also die Ziellinie, nicht wirklich das Ergebnis was ich mir vorher erhofft hatte. Ein Blick in die Ergebnisliste lässt mich jedoch ein positives Resümee ziehen, denn in dem Rennen bin ich genau meine Bestzeit über 10km gelaufen.

Die aktuelle Bestzeit war jedoch ein reiner Laufwettkampf. Aus dieser Sicht betrachtet, habe ich wirklich das Beste aus der Situation gemacht. Am Ende kam ich trotz einem Wettkampf weniger in der Gesamtwertung auf Platz 23, womit ich soweit auch erstmal recht zufrieden bin, wenn man betrachtet wo ich angefangen habe. Jetzt steht am 04.10 noch der aller letzte Wettkampf auf dem Programm, es geht mit Buschhütten zur Team-EM nach Nizza, wo ich zusammen mit Hanna, Rebi und Steffen nochmal richtig rocken möchte. Anschließend geht es für mich in die wohlverdiente Saisonpause.