Justus Nieschlag - mein Blog

 

Girona + Livigno

Etwas verspätet gibt es nun auch einen Bericht zu meinem Saisoneinstieg in Girona. Dazu auch gleich ein paar Zeilen zum Trainingslager in Livigno mit der Nationalmannschaft. Im Prinzip waren die beiden ja auch ein großer Block, denn viel Zeit lag nicht zwischen den beiden Camps. Nur ein kurzes Wochenende inklusive Sailfih-Night oft the Year, wo ich zum Aufsteiger des Jahres gewählt wurde.

Aber fangen wir mal strukturiert von vorne an. Zusammen mit Franz Löschke entschied ich mich für einen Saisoneinstieg unter etwas stabileren und wärmeren klimatischen Bedingungen. Schnell fiel die Wahl auf Girona, dem Bike-Paradies schlechthin. Eine Ferienwohnung für zwei Personen und ein Flug waren schnell organisiert. So reisten wir am späten Abend von Frankfurt Hahn nach Girona. Wie wir nachts vom Flughafen in die Stadt kommen würden, googelten wir tiefenentspannt kurz vor dem Boarding. Soweit lief auch alles reibungslos. In Girona mussten wir nur noch gute 1,5km zu unser Unterkunft wandern. Ich denke, jeder kann einschätzen welchen Lärm zwei Radkoffer in einer engen Gasse machen, wenn sie über Kopfsteinpflaster geschoben werden. An unserem ersten Trainingstag begannen wir mit einem lockeren Läufchen durch die City und klapperten verschiedene Schwimmbäder und Fitnessstudios ab. Am Ende waren wir auch erfolgreich und hatten unser Schwimm- und Athletiktraining gesichert. Bei den ersten Radausfahrten fuhren wir einfach nach Gefühl und entdeckten trotzdem tolle Runden. Später bezogen wir unsere Routenplanung über Garmin Connect, vermutlich von Einheimischen, denn wir fuhren Straßen auf denen wir Kilometer lang niemandem begegneten. Zum Radfahren kann man die Gegend also in der Tat ohne schlechtes Gewissen weiterempfehlen. Nachdem uns Nick Kastelein noch einige Laufstrecken gezeigt hatte waren wir komplett versorgt. Das Schwimmtraining absolvierten wir im öffentlichen Badebetrieb, hatten aber meist relativ zeitnah die schnelle Bahn unter Beschlag genommen. Die erste Woche hatten wir traumhaftes Wetter bis 20 Grad. In der zweiten Woche ließen die Temperaturen etwas nach, aber wir erwischten nur einen Tag mit Regen. Alles in Allem hatten wir viel Spaß, davon könnt ihr euch in unseren beiden Videos selber überzeugen. Trainiert haben wir auch fleißig, daher wurde das Camp als wiederholungsdürftig eingestuft und das nicht nur, weil wir unsere Sammelkarte vom Crêpes-Stand vor unserer Haustür noch vervollständigen müssen ;-)

In Deutschland landeten wir im Schneegestöber, damit konnte ich mich dann auch gleich an die Bedingungen für Livigno gewöhnen. Das Wochenende verging viel zu schnell! Schon am Montagvormittag saß ich wieder im Auto Richtung Alpen. Nachdem wir quasi den ganzen Tag auf der Straße verbracht hatten, kamen wir endlich in Livigno an. Die Schneemenge war zu Beginn noch etwas dürftig, da waren wir in Saarbrücken bei mehr Schnee gestartet. Doch die Loipen waren gespurt und neuer Schnee war zum Ende der Woche auch angesagt. Da Livigno auf über 1800m liegt, waren die ersten Tage noch locker und zur Anpassung gedacht. Morgens ging es gegen kurz nach 5 Uhr immer recht früh los, da Harnstoff und CK gemessen wurde. Abfahrt zum Schwimmtraining um 6 Uhr. Der Vorteil war, dass man bereits um 9 Uhr einen Mittagschlaf halten konnte. Auf der Piste stand an den ersten Tagen Langlauf mit Klassik-Ski auf dem Plan. Man könnte denken, dass es sich dabei um eine der orthopädisch verträglichsten Trainingsmethode handelt. Aber ich wäre wohl nicht Justus Nieschlag, wenn bei mir nicht alles anders wäre. So zog ich mir gleich nach zwei Tagen eine kleine Überlastung im Fuß zu und konnte nur noch mit den Skating-Ski fahren. Das machte mir eh viel mehr spaß, auch wenn ich erst das zweite Mal in meinem Leben auf diesen Ski stand. Das letzte Mal war bereits 7 Jahre her. Doch ich fand mich einigermaßen schnell wieder in die Technik ein und stand von Tag zu Tag besser auf den Brettern. Neben dem Schwimmen, Laufen, Athletik und Langlauf, waren noch einige Schneeschuh-Wanderungen geplant. Wir bekamen also ein sehr abwechslungsreiches Angebot vorgesetzt. Da ich im Januar bereits erneut in ein Höhentraininglsager nach Namibia fliege, war mein Aufenthalt in Livigno etwas kürzer und so reiste ich nach 12 Tagen wieder ab. Es hat viel Spaß gemacht, dennoch freue ich mich jetzt wieder auf ein spezifisches Training, damit sich die ungewohnt belasteten Muskelgruppen etwas erholen können ;)

Nun steht noch eine gute Woche Training in Saarbrücken an, bevor es über die Feiertage in die Heimat geht.

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