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Kiew

Kiew

Trotz aller „Panikmache“ aus den Medien, beschloss ich zusammen mit Lisa nach Kiew zum Europacup zu reisen. Einen Flieger der Lufthansa würde bestimmt niemand vom Himmel holen. So war es dann auch und wir landeten sicher in Kiew. Dort hatten wir unseren persönlichen Shuttel, organisiert durch Lisa (Jemand kannte jemanden der jemand kennt ;) ). Hat aber alles super funktioniert, auch wenn sein Fahrzeug leider kein Kombi, sonder ein Auto mit Limousinen-Heck war. Also wurden beide Radkoffer kurzer Hand auf die Rücksitze verfrachtet, Lisa kam in den Fußraum hinter den Beifahrer und ich quetschte mir vorne die Knie am Airbag. Glücklicherweise war die Tour von nicht all zu langer Dauer.

 

Im Hotel eingecheckt, starteten wir eine kleine Stadtrundfahrt auf unseren Rädern. Die Straßen kamen mir schon sehr bekannt vor, ähnlich wie in Bratislava. Schlagloch an Schlagloch bahnten wir uns den Weg durch den Verkehr. Mit schmerzverzehrtem Gesicht, bei jedem Krater.

Zurück im Racehotel machten wir uns auf die Suche nach dem Briefing, was nicht so einfach war, denn selbst das Hotelpersonal wusste nichts von einem Triathlon. Nachdem der Abend reibungslos zu Ende ging, konnte es am nächsten Tag losgehen.

Mit einem Bus wurden wir 4h vor dem Start in die Stadt, zur zweiten Wechselzone gefahren. Unsere Räder wurden mit einem Pritschenwagen direkt zum Schwimmstart und der ersten Wechselzone gebracht. Ein Wunder, dass alles heile geblieben ist. In der Stadt angekommen hatten wir nun noch 1h, bis wir die Schuhe einchecken konnten, daher suchten wir uns ein schattiges Plätzchen und ließen uns vom Bass der Musik massieren. Dies war selbst noch auf einer Entfernung von 100m möglich. Wir vermuteten auch, dass eine Autoalarmanlage genau durch diesen Bass ausgelöst wurde, denn alle 3 min ging der jaulende Alarm wieder von vorne los. Nachdem wir unsere Schuhe platziert hatten ging es wieder zurück in den Bus, welcher uns nun zum Schwimmstart transportierte. Die Mädels wurden sogar per Boot gefahren ;)

Aufgrund der langen Wartezeit in der Stadt, ging hier nun alles recht schnell und nach einem ersten Fehlstart konnte es richtig losgehen. Schon auf dem Weg zu Boje spürte ich die Nachwirkungen aus Kitzbühel, schaffte es aber trotzdem, mich vorne ein zu reihen. Beim Schwimmausstieg ging ich als zweiter in die Wechselzone und stieg zusammen mit Vanek auf's Rad. Zuerst versuchten wir unser Glück in der Flucht nach vorne, doch schnell kam der ukrainische Express von hinten angerollt. Die Gruppe lief leider nur so mittelprächtig und so musste wir uns auf der vorletzten Runde doch noch unseren Verfolgern stellen. Entgegen aller Erwartungen war die Radstrecke im Vergleich zu allen anderen Straßen spiegelglatt! Einzig auf einem kleinen Abschnitt von wenigen Metern, gab es ein paar Löcher. Selbstverständlich nahm ich solch ein Loch gleich in der ersten Runde mit und verabschiedete mich so von meiner Trinkflasche. Nun saß ich erstmal auf dem Trockenen... Doch ich hatte viele „Sportsmänner“ in meiner Gruppe, die zwei Trinkflaschen dabei hatten und mir gleich eine anboten.

Herzlichen Dank! So etwas ist nicht selbstverständlich!

Die ersten 200m nach dem Wechsel in die Laufschuhe fühlten sich noch ganz gut an. Als wir auf die lange Gerade einbogen, stand plötzlich in weiter Ferne ein Berg vor uns. Da wir die Strecken zuvor nicht besichtigen konnten, hatte ich bis zu Letzt die Hoffnung, dass wir doch noch vorher in eine Seitenstraße abbiegen wurden, dem war leider nicht so. Der Hügel war so steil, dass man sich selbst nach dem Hochlaufen nicht wirklich auf die „Abfahrt“ freuen konnte. Es war einfach zu steil zum Laufen.

Schon im Berg musste ich einige Plätze hergeben und kam nicht wirklich vom Fleck. In der zweiten von fünf Runden sah es auch nicht viel besser aus und ich hatte weiterhin den Rückwärtsgang drin. Nach sechs Kilometern entschloss ich mich zum Aussteigen und Kräfte sparen. Normalerweise gehe ich nicht aus einem Rennen, „nur“ weil es mal nicht so läuft. Aber mit Kitzbühel hatte ich doch noch ganz schön zu schaffen und mit Hamburg steht auch schon ein weiteres sehr wichtiges Rennen vor der Haustür an.