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Mitteldistanz Mandelieu

Mitteldistanz Mandelieu

Am vergangenen Wochenende hat es mich zum Saisonabschluss nach Frankreich verschlagen. Auf dem Programm stand diesmal keine Kurz- sondern eine Mitteldistanz. Zusammen mit Anne Haug machte ich mich also auf den Weg nach Frankreich und hatte zum Glück eine erfahrene Athletin an meiner Seite.

Das Starterfeld war stark, die Strecke hart und mein letzter Auftritt über diese Distanz schon eine ganze Weile her. Dementsprechend hoch war auch die Anspannung, zumal ich dieses Jahr im Laufen auch nicht wirklich in die Puschen kam und die Vorbereitung entsprechend nicht optimal verlief. Aber ich wollte einfach noch ein  Rennen absolvieren und ein wenig Erfahrung auf dieser Strecke sammeln.

 

Meine Taktik...kamikaze und mal gucken :-D

Meine Form im Schwimmen war gut. Ich dachte mir: diese Stärke musst du ausspielen, dann hast du am Anfang auch deine Ruhe. Der Start erfolgte vom Strand. Bis zur ersten Boje hatte ich den ITU-Modus eingeschaltet. Kleiner Unterschied, außer mir schien diesen Modus keiner nutzen zu wollen oder können. Recht einsam ging ich daher direkt um die erste Boje und schaltete in den etwas entspannteren „heute wird ein längerer Tag Modus“. Mit über einer Minute machte ich mich auf den Weg in die 800m entfernte Wechselzone.

Obwohl wir uns in Südfrankreich befanden, war es doch recht frisch zu dieser frühen Uhrzeit. Daher entschied ich mich für Armlinge und den Klassiker unter den Windbreakern: den gelben Sack unter dem Einteiler. Als ich mein Fahrrad aus der Wechselzone schob, stellte ich fest, dass sich Morgentau auf meinVisier gelegt hatte und ich quasi im Blindflug unterwegs war. Die ersten Kilometer lugte ich daher unter dem Visier durch. Die Radstrecke versprach großen Spaß auf 92km und 2000hm. Leider hielt sich der Spaß ab der Hälfte dann in Grenzen, denn die Strecke war für den Autoverkehrt nicht gesperrt und wir durften einen Streckenabschnitt gleich zweimal befahren. Mit fortschreitender Zeit wurden auch die Franzosen wach und der Verkehr nahm zu. Zudem traf ich auf dem Abschnitt, welcher zweimal befahren wurde, auf die Jedermänner. Die Strecke war prall gefüllt und gleich drei Welten trafen aufeinander (Autofahrer/Motorräder, Jedermänner, Profis). Ich war etwas überfordert und verlor auf diesem Teil meinen kostbaren Vorsprung. Ich denke es lag aber auch daran, dass auf dem schnellen Abschnitt, ein Zeitfahrrad definitiv von Vorteil gewesen wäre. Ich hatte mich aufgrund der Höhenmeter für mein Straßenrad entschieden. 

In T2 hatte ich wie nach dem Schwimmen noch eine Minute Vorsprung, die noch etwas mehr schmolz, als ich mich in der Wechselzone verlief....ANFÄNGER-Fehler!! Naja, ich kann damit leben, solange mir das nur einmal passiert. Geändert hätte es am Ende eh nichts. Mit leicht krampfenden Beinen ging ich auf die Laufstrecke. Da ich mich mit dieser Situation nicht auskenne, kam ich leider auch auf recht dumme Ideen. Kleines Beispiel gefällig: Die Vorderseite vom Oberschenkel krampft? Man kennt es ja – Dehnung hilft. Also ferste ich kurzerhand im Laufen an um die Vorderseite etwas auf Länge zu bringe. Bei diesem Trick sollte man jedoch beachten, dass man damit die Rückseite des Oberschenkels extrem verkürzt. ZACK! Jetzt krampfte es hinten auch...cooler Move Justus, Respekt!

Naja ich entschloss mich danach, einfach für den „Schlappschritt“ und eine gute Verpflegung. Nach und nach kam ich dann auch wieder in Fahrt, musste meinen Verfolger Rudy von Berg jedoch ziehen lassen. Am Ende landete ich auf dem zweiten Platz mit etwa 1,5min Rückstand.  Durch die sehr langsamen Strecken im Radfahren und Laufen, sowie die etwas zu lange Schwimmstrecke und die lange Wechselzone, kam ich erst nach 4:23h ins Ziel.

Ein hartes Rennen muss ich sagen! Gelernt habe ich auch wieder viel :-)

Jetzt werde ich meine Beine mal ein paar Tage hochlegen und die Saisonpause genießen.

Kommt gesund durch den Winter!

Cheers

Justus