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Olympia Qualifikation Kienbaum

(c) Petko Beier

Ich möchte euch einen kurzen Einblick hinter die Kulissen des vorerst wichtigsten Wettkampfes in  diesem Jahr geben. Der Termin stand schon lange fest und sämtliche Planungen waren auf den 26.05.2021 ausgerichtet. Der Tag an dem das letzte Olympia-Ticket für Tokio 2021 vergeben wurde.

 

Coronabedingt fand das Event leider nicht ganz wie geplant statt, aber wir alle waren froh, dass es überhaupt umzusetzen war. Auch wenn dies bedeutete, dass in den letzten Tagen der Vorbereitung keine externen Betreuer auf das Gelände von Kienbaum durften. Lediglich am Renntag bekamen die Trainer Zugang zum Gelände und der Wettkampfstrecke. Zuschauer waren keine zugelassen.

Das Wettkampfformat war ein Super-Sprint im Timetrial Format. Bedeutet: jeder Athlet absolvierte 300m Schwimmen - 7km Radfahren und 1,9km Laufen ganz für sich alleine. Die Abstände mit denen die Athleten ins Rennen geschickt wurden betrugen 2min.

Da mein Trainer Dan Lorang beim Giro d’Italia eingespannt war, übernahm mein Landestrainer André Albrecht den Support in Kienbaum. Ich meine viel zu tun gibt’s bei einem solchen Format nicht. Das Rennen ist so kurz, da muss man einfach Vollgas geben. Da kann der Trainer dir noch zu viele Rückstände durchgeben, schneller als Vollgas geht dann halt trotzdem nicht. Trotzdem: die moralische Unterstützung an der Strecke tat gut!

Das Format war schon sehr ungewohnt für mich. Gerade am Schwimmstart fühlte man sich recht einsam, zumal wir auch selber entscheiden konnten, wann genau wir starten.

Es galt lediglich ein Countdown- Zeitfenster von 5 Sekunden einzuhalten. In diesem Zeitfenster konnte sich jeder selber überlegen, wann der richtige Zeitpunkt war.

Vor dem Rennen war ich schon recht angespannt, da mir die Wichtigkeit dieses Wettkampfes durchaus bewusst war. Trotzdem kam ich am Anfang nicht so wirklich aus dem Quark beim Schwimmen und verbuchte die langsamste Schwimmzeit meiner männlichen Konkurrenten. Das wusste ich im Rennen glücklicherweise nicht - war aber auch egal, denn auf dem Bike zündete ich den Turbo und katapultierte mich mit dem schnellsten Bikesplit auf Position eins. Auch mit dem Lauf kann ich recht zufrieden sein und lief nur 0,5 Sekunden langsamer als die Bestzeit. Da ich an Position drei, also in der Mitte ins Rennen gegangen war, musste ich im Ziel noch quälende Minuten warten, ob meine Zeit nun für den Sieg und damit für die Olympiateilnahme reichen würde. 

Glücklicherweise wurden wir mit positiven News erlöst. Mit 12 Sekunden Vorsprung sicherte ich mir einen Platz im Olympiateam für Tokio und erfüllte mir selbstverständlich auch einen riesigen Traum!!

An dieser Stelle danke ich allen Beteiligten die immer an mich geglaubt haben und mich großartig unterstützt haben!

Nun darf ich am 26.07. die deutschen Farben im Einzelrennen sowie am 31.07 im Mixed-Team-Relay vertreten.

Auch wenn es keine normalen Olympischen Spiele werden, freue ich mich riesig auf das Abenteuer und bin sehr gespannt was mich erwarten wird.

Bis dahin gibt es noch einiges zu tun.