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Sierra Nevada

ITU Media | Jo Caird

Wie bereits in meinem letzten Blog erwähnt, weile ich aktuell in der spanischen Sierra Nevada im Höhentrainingslager. Das Trainingszentrum liegt hier auf 2320m über dem Meeresspiegel. Ihr könnt euch also vorstellen, dass die Luft hier ziemlich dünn ist. In dieser Höhe gibt es auch keine flachen Straßen oder Wege mehr, auf denen man entspannt laufen oder locker radfahren könnte. Zudem lag bei unserer Ankunft noch Schnee. Dieser schmolz zwar bei sommerlichen Bedingungen, doch zwischenzeitlich schlug das Wetter immer wieder um und sorgte für weißen Nachschub. Unser Training beeinflusste dies glücklicherweise nicht!

Wir hatten wohl Glück im Unglück und waren kein einziges Mal gezwungen unser Training anders als geplant zu absolvieren. Wie bereits angedeutet gibt es hier oben nur einen kleinen Skiort, Skipisten und Natur. Das Trainingszentrum ist daher mit diversen Krafträumen, 50m Schwimmhalle, Laufbahn und allem was das Sportlerherz begehrt ausgestattet. Da es hier auch keinen Supermarkt gibt, haben wir neben der Unterkunft auch Vollverpflegung mit dabei. Ihr seht, eine kleine logistische Herausforderung.

Für die Anreise sind wir nach Málaga geflogen, nahmen uns dort einen Mietwagen, welchen wir 3,5 Wochen später in Madrid, nach dem Weltcup Rennen, am Flughafen wieder abgeben werden. Nach 1,5h Fahrt kamen wir in Granada an, das Auto bis unters Dach bepackt. Trotzdem nutzten wir die letzte „Zivilisation“ für einen letzten Einkauf. Keine Kühlware...einen Kühlschrank hatten wir auch nicht. Also sah unser Einkauf in etwa wie folgt aus: Getränke, Getränke, Getränke dazu noch Haferflocken, Müsli, Kekse und ganz wichtig: Schokolade ;-)

Im Prinzip war es möglich das Trainingszentrum drei Wochen lang nicht zu verlassen, aber wer betreibt schon eine Outdoor-Sportart um dann alles indoor zu trainieren? Ich jedenfalls nicht. Klar, einige Einheiten sollten in der Höhe trainiert werden, so kam man nicht ganz drum herum, aber es hielt sich sehr in Grenzen. Geschwommen wurde immer in der Höhe, Lauf- und Radeinheiten absolvierten wir auch hin und wieder unten im Tal auf 800m Höhe.

Damit man nicht den ganzen Tag mit dem Auto hoch und runter fahren musste, legten wir die Einheiten teilweise zusammen und absolvierten sie hintereinander weg oder mit einer kurzen Pause dazwischen. Diese verbrachten wir dann mit unserm Müsli gemütlich im Mietwagen  oder bei Sonne auf dem Bordstein :-). Immerhin war für die Autofahrt pro Richtung zwischen 30-50min zu veranschlagen, je nachdem für welchen Spot wir uns entschieden. 

Nach etwas mehr als drei Wochen geht es nun am Freitag direkt zum Weltcup nach Madrid. Der Wettkampf wirdfür mich ein Test darstellen, da ich es bisher noch nicht geschafft habe, ein Rennen direkt aus der Höhe zu bestreiten. Direkt bedeutet, der Wettkampf sollte in den ersten 2-3 Tagen absolviert werden. Einen zweiten Test werde ich zwei Wochen nach Madrid beim Weltcup in Cagliari unternehmen. In den Tagen 4 - 14 stellt sich der Körper wieder auf Meereshöhe um und es kann zu Leistungseinbußen kommen. Dies muss aber jeder für sich selber herausfinden. Jetzt bin ich aber erstmal gespannt, wie Madrid für mich laufen wird!

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