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Team-Relay Kitzbühel

Team-Relay Kitzbühel

Direkt nach dem Rennen begannen die Vorbereitungen für den nächsten Tag, an dem noch das Team-Relay anstand. Zwei Frauen und zwei Männer starten hier im Wechsel über eine super Sprintdistanz von 200m Schwimmen 8,6 km Radfahren und 2,4 km Laufen.

 

Bei uns wurde die Reihenfolge wie folgt festgelegt:

Sophia, Max, Hanna, Justus

Am Abend musste unser Physio alles geben, denn die Junioren hatten ebenfalls noch die Staffel auf dem Programm. So wurden den ganzen Abend über Beine gelockert und Blasen an den Füßen versorgt. Dafür auch vielen Dank an Alex!

Wieder legten die Junioren uns ein Brett vor, indem sie die Konkurrenz düpierten und mit einem riesigen Vorsprung die Goldmedaille holten.

Sophia hatte die besondere Aufgabe sich auf der 200m Schwimmstrecke durch zu setzten und so stieg sie als dritte aus dem Wasser. Auf dem Rad gab es keine Veränderungen, erst beim Laufen ging das eigentliche Rennen los. Hier konnte sie nach der wirklich anspruchsvollen Laufstrecke um den See an Position zwei auf Max übergeben. Nach dem Schwimmen bildete sich eine vierköpfige Spitzengruppe. Mit dabei natürlich Max! Auch er konnte nach einem klasse Lauf an zweiter Stelle auf Hanna übergeben. Hanna sprang zusammen mit der Italienerin Mazzetti auf's Rad. Mit ihr hatte sie noch eine Rechnung offen, denn genau diese Athletin schnappte ihr die Bronzemedaille am Freitag im Einzel weg. Nach einer gnadenlosen Attacke auf dem Rad konnte sie sich um 10 Sekunden absetzten. Auf der Laufstrecke konnte die Italienerin jedoch wieder aufschließen und übergab an der Spitze. Direkt hinter Matthias Steinwandler, dem „Schlussläufer“ für Italien, sprang ich ins Wasser. Seit der EM 2011 in Pontevedra, kennen wir uns sehr gut und ich wusste um seine Laufstärke. Also schwamm ich an ihm vorbei um wenigstens vor ihm aus dem Wasser zu steigen. Wie erwartet übersprintete mich Matthias in der Wechselzone. Mit dem besseren Wechsel saß ich trotzdem vor ihm auf dem Rad. Leider erwischte er meinen Windschatten noch gerade so. Ein bisschen widerwillig zwang ich ihn, sich ebenfalls an der Führung zu beteiligen.

Schnell merkte ich seine kleine Schwäche auf dem Rad, die Kurven. Leider hatten wir mit 1min Führung auch nicht ewig Zeit für taktische Spielchen und so versuchte ich ihn mit bestimmt 5 Antritten abzuschütteln. Ich merkte jedoch schnell, dass mir noch das Rennen vom Samstag in den Knochen stecke und so konnte sich Matthias immer wieder im Windschatten an mich heran saugen. Für die Führungsarbeit war er nun auch nicht mehr bereit, was ich ihm auch nicht wirklich verübeln kann. Ich hoffe, das Radfahren hat ihm wenigstens etwas wehgetan.

Ebenfalls in Führung ging ich auf die Laufstrecke, Matthias direkt an meinen Hacken. Teilweise liefen wir auch nebeneinander. Ich wusste, dass er auf den richtigen Moment wartete. Es stand nämlich noch ein knackiger Anstieg auf dem Programm. Und genau wie erwartet erfolgte hier der Angriff. Ich hatte keine Power zu kontern, außerdem drohte noch Gefahr von hinten, denn unser Vorsprung schrumpfte auf bedrohliche 100m. Doch auf der Zielgeraden lasse ich mir nur ungern einen Platz abnehmen und so durften wir uns als Vize Europameister über die Silbermedaille freuen. Wir hatten alles gegeben und können stolz auf uns und unsere Leistung sein.

Bei der Siegerehrung spritzen wir noch etwas Champagner durch die Gegend und ließen das Wochenende entspannt ausklingen.

 

Foto: DTU/ Jo Kleindl