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Trainingscamp Potchefstroom

Trainingscamp Potchefstroom

Wie in der letzten Saison auch, stand als zweites Trainingslager ein vierwöchiger Trainingsblock in Südafrika auf dem Plan. Hier gingen wir wieder nach Potchefstroom, was auf 1350m und südwestlich von Johannesburg gelegen ist. Potch bietet normalerweise super Trainingsbedingungen durch stabiles Wetter, mehrere Rasenbahnen, Hallenbad, Freibad und diverse Krafträume. Mittendrin scheiterte es lediglich mal ein paar Tage an dem stabilen Wetter, durch Gewitter mussten wir etwas umplanen. Doch die absoluten Highlights befanden sich schon in den ersten drei Tagen:

 

Tag_1: Wir sind gerade gelandet und in Potch angekommen. Kurz vor der ersten Einheit wollen wir dem Motor noch schnell etwas zum Verbrennen organisieren, also gehen wir in eines unser Stammcafés, dem Fiori. Noch trockenen Fußes kommen wir dort an, doch sogleich fängt es stark an zu regnen. Wir entscheiden uns trotzdem für den überdachten Balkon im oberen Stock, denn warm ist es ja. Fröhlich grummelt und leuchtet es über Potch....eigentlich sogar ganz nett anzusehen, bis ein lauter Knall uns zusammenzucken lässt. Wir sitzen uns gegenüber und haben beide ein helles Leuchten gesehen, wir haben Gänsehaut und die Armhaare stehen uns zu Berge. Der Blitz muss wohl direkt bei uns in den Blitzableiter eingeschlagen haben. Schnell flüchten alle nach drinnen, wir überdenken kurz die Statistik und entscheiden uns weiterhin für den Platz draußen.

Tag_2: Wir (Laura und ich) laufen bei Gewitter los, die Wetterlage lässt leider nichts anderes zu. Es schüttet wie aus Eimern, aber es ist ja warm ;-)

Wir laufen die Runde zum Campingplatz, welcher auf einem Damm liegt und nur eine Zufahrt besitzt. Kurz vor dem Campingplatz ein lauter Knall...da hat wohl der Blitz mal wieder irgendwo eingeschlagen. Wir laufen einfach weiter unsere Wendepunktstrecke und wollen wieder vom Platz runter laufen, sehen aber schon von weitem große Rauchschwaden. Am Ausgang laufen wir auf die einzige Zufahrtsstraße, dort steht ein Haus in Flammen. Kurz überlegen wir, ob man noch schnell durch die Wolke laufen kann. Doch die Hitze in der Entfernung wo wir stehen ist schon ziemlich groß und ein paar Sekunden später fällt ein brennendes Stück Holz aus der Wolke. Damit hatte sich die Frage dann auch erledigt. Langsam aber sicher wird es jetzt auch schon echt kuschelig warm und das Feuer breitet sich schnell aus. Neben dem Haus steht oben im Wind auch schon eine brennende Palme. Wir fragen kurz nach einem Alternativweg, den es allerdings nicht gibt. Also beschließen wir über den Zaun zu springen, die Bahngleise zu queren und dann durch die Pampa zu laufen. An der Straße angekommen hört man auch langsam die Feuerwehr anrücken. Letztendlich ist die Bude komplett abgerannt und steht heute immer noch so verkohlt am Wegesrand.

Tag_3: Morgens um 6 Uhr steht ein lockeres Ründchen mit dem Rad auf dem Programm. Aufgrund der Erkältung fahren Jonny und ich etwas kürzer und nehmen noch Laura und Resi mit in unseren Windschatten. Auf der Hauptstraße Richtung Potch zurück kommt uns ein Einheimischer auf dem Fahrrad entgegen, dies dient der eigenen Sicherheit, damit sie sehen was von vorne kommt und nicht von hinten über den Haufen gefahren werden. Radfahren ist hier nämlich sehr gefährlich weil man nicht respektiert wird. Also noch weniger als in Deutschland, weil ein Deutscher den Tod eines Radfahrers wohl nicht verantworten könnte. Hier in Südafrika wäre das wohl nicht so schlimm. Daher fahren wir auch immer mit Begleitfahrzeug, was sich in diesem Fall natürlich nicht teilen kann. Also weichen wir dem entgegenkommenden Radfahrer Richtung Mitte etwas aus. Von Hinten naht jedoch schon ein Weißer in seinem dicken Truck...es wird gehupt und wir werden extrem knapp geschnitten. Ich weiß wie die Leute hier teilweise reagieren, doch aus Reflex rege ich mich still auf und hebe die Hand nach dem Motto „Alter was soll denn so was bitte!“ Prompt kommt auch schon die Quittung, denn der Gute geht voll in die Eisen, hinterlässt eine relativ lange Bremsspur und kommt, da er kein ABS besitzt im Grünstreifen zum Stehen. Naja was soll ich sagen, wohl fühlen wir uns nicht, also halten wir mit etwas Abstand ebenfalls an, wer weiß welche Waffen der gute Mann so an Board hat. So verharren beide Parteien einen Moment, bis sich der Herr zum Glück dazu entschließt weiter zu fahren. Seit diesem Zeitpunkt habe ich nun immer mein Pfefferspray dabei!

 

Danach geht es zum Glück etwas ruhiger von Statten, ich hatte schon Sorge, was noch so alles passieren würde. Die nächsten Wochen streichen ohne besondere Vorkommnisse ins Land, die Trainingsgruppe wird durch Gäste wie Bob Haller aus Luxemburg und Joao Silva aus Portugal verstärkt und so geht es regelmäßig ordentlich und mit viel Spaß zur Sache. In den letzten Tagen hat es mir dann doch etwas den Stecker gezogen und wir müssen etwas früher als geplant rausnehmen, doch bis dahin war es ein super Trainingslager und somit kein Problem.

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