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WC Cagliari

WC Cagliari

Nach meinem missglückten Saisoneinstieg in Yokohama versuchte ich mich am Sonntag beim Weltcup auf Sardinien in Cagliari erneut. Die Motivation war extrem hoch, ich hatte in Yokohama schon das Gefühl, eine gute Form zu haben und wollte dies unbedingt auf Sardinien zeigen. Der Wettkampf war natürlich auch nicht gerade zufällig ausgesucht, aus den letzten Jahren verfolgte ich dieses Event immer mit großem Interesse, denn eine solche Radstrecke findet man quasi bei keinem anderen ITU Rennen.

Obwohl die Strecke dieses Jahr etwas geändert wurde, mussten wir über fünf Runden jeweils einen knackigen Anstieg durch die Innenstadt bewältigen. Die Asphaltblase wurde also im Vergleich zum letzten Jahr halbiert. Ich kann allerdings bestätigen, dass es trotzdem ziemliche Schmerzen bereitet. Vielleicht noch kurz zur genaueren Definition einer Asphaltblase. Bei uns in Niedersachsen ein verbreiteter Begriff, denn Berge haben wir bei uns leider nicht. Von einem Berg wird erst dann gesprochen, wenn auf dessen Spitze auch im Sommer Schnee liegt. Alles andere sind kleine Hügel oder eben die bekannte Asphaltblase. Ich hoffte bei diesem Rennen also auf kleine Radgruppen und eine richtig harte Vorbelastung für den abschließenden Lauf. Leider wurde mir nur einer dieser Wünsche erfüllt. Doch fange ich mal von vorne an.

Beim Schwimmen kam ich sehr gut weg und reihte mich an der ersten Boje in der Spitze mit ein. Leider konnten sich dann auf dem Rückweg die starken Schwimmer Henri Schoeman (RSA) und Anthony Pujades (FRA) vom Feld absetzen. Ist die Lücke einmal gerissen, schwimmt dies niemand so einfach wieder zu. Mit den Verfolgern stieg ich dann aus dem Wasser und machte mich auf die Aufholjagd. Der Abstand betrug gerade mal 15 Sekunden. Am Anstieg auf der zweiten Radrunde gelang es vier weiteren Athleten aus unserer Verfolgergruppe in die erste Gruppe zu springen. Nun bestand die Führungsgruppe also aus sechs Athleten, das restliche Feld befand sich komplett gebündelt in der Verfolgung mit weiterhin 15-20 Sekunden Rückstand. Erst in der letzten Runde wurden bei uns etwas die Beine für den abschließenden Lauf hochgelegt, sodass unser Rückstand bis zum Wechsel auf 30 Sekunden anstieg. Von den Radschuhen in die Laufschuhe gewechselt fühlte ich mich sofort sehr gut und konnte auf den ersten beiden Laufrunden schon die ersten drei Athleten aus der Spitzengruppe aufsammeln. Das Podium war außer Reichweite, in meiner vierköpfigen Verfolgergruppe ging es also um Platz 4-7. Ich fühlte mich zwar noch ganz gut, doch wusste ich auch um die Laufstärke meiner Konkurrenz. Ich hatte jedoch den Pluspunkt des letzten Kilometers auf meiner Seite, denn bisher kann ich mich kaum an ein Rennen zurück erinnern, wo ich noch Plätze auf dem letzten Kilometer verloren habe. Eher konnte ich mich hier immer noch einige Positionen nach vorne schieben. Also versuchte ich mein Glück auf dem besagten letzten Kilometer. Nach dem ersten Antritt war die Gruppe schonmal halbiert und ich hatte lediglich noch den Amerikaner Mcelroy in meinem Nacken. Ich war mir jedoch schnell bewusst, dass ich das Tempo so nicht bis ins Ziel bringen würde und nahm wieder einen Schritt raus. Die letzten Meter spielten mir taktisch jedoch sehr in die Karten, denn es galt einen Kreisel zu umrunden, anschließend etwa 100m durch die Wechselzone um am Ende wieder einen 180 Grad Turn zu machen und die 100m wieder zurück bis zur Ziellinie zu laufen. Am Kreisel verschleppte ich das Tempo und trat erneut ab. Beim zweiten Turn war schon eine kleine Lücke gerissen und ich erkämpfte mir den 4.Platz. Mein bestes Ergebnis im Weltcup und dies errungen mit der besten Laufzeit. Man hätte mir vorher viel erzählen können, aber die beste Laufzeit hätte ich bei solch einem Starterfeld niemandem abgenommen.

Nun laufen die Vorbereitungen für die EM über die olympische Distanz in Kitzbühel in knapp zwei Wochen.