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WC Cagliari

ITU Media | Petko Beier

Vor zwei Jahren war ich bereits schon einmal auf Sardinien beim Weltcup am Start. Damals war die Strecke noch am Hafen und führte direkt durch die City. Da sich der Triathlon aber mit anderen Ereignissen überschnitt, wurde er kurzerhand an den Strand, außerhalb von Cagliari verlegt.

 

Mit Startnummer zwei ging es für mich ins Rennen. Somit hatte ich reichlich Auswahl, mir einen guten Startplatz für das Schwimmen auszusuchen. Da die Nummer eins sich nicht ganz nach außen stellte, wählte ich diese Position. Eine gute Entscheidung, denn ich glaube, so entspannt bin ich noch nie geschwommen. Direkt vom Start weg schwamm ich mein eigenes Ding und hielt mich von jeglichen Prügeleien fern. An zweiter Position kam ich um die erste Boje, hielt mich aber nicht lange dahinter auf und entschied mich auch auf dem Rückweg für meine eigene Linie. Die Orientierung war aufgrund des Wellengangs etwas schwierig, doch ich traf den Schwimmausstieg etwas besser als der Rest des Feldes und war doch tatsächlich “First out of the water”! Das erste Mal in einem Weltcup :-)

Mit einem sehr guten Wechsel ging ich mit einem kleinen Vorsprung auf die Radstrecke. Mir war klar, dass ich nicht versuchen musste dem Feld alleine davon zu fahren. Die Tage vor dem Rennen hatte mich eine kleine Erkältung erwischt und so war Körner sparen angesagt. Ich fur zügig aber nicht auf Teufel komm raus, bis mich die Gruppe eingeholt hatte. Auf dem flachen und abschnittsweise technischen Kurs blieb die erste Gruppe überschaubar mit etwa 10 Athleten. Dank einiger Ansagen von Alistair Brownlee konnten wir unseren Vorsprung bis zum zweiten Wechsel sogar etwas ausbauen. 

Auf der Laufstrecke formierte sich direkt eine dreier Spitzengruppe, zusammen mit Kevin Mc Dowell und Alistair Brownlee ging ich auf die abschließenden 5km. Brownlee machte viel Führungsarbeit, ab und an schickte er auch mich nach vorne. Kevin weigerte sich jedoch, auch nur einen Meter an der Spitze zu laufen. Auf der zweiten Runde setzte er dann aber eine Attacke und ging all-out. Ich denke es war ein wenig zu früh und zu vor allem auch viel zu hart. Bereits nach wenigen Metern wuchs unser Rückstand nicht mehr an und ich bemerkte schnell, dass wir die Lücke wieder etwas schließen konnte. Der mentale Vorteil war auf unserer Seite. Kaum war die Lücke geschlossen, legte Alistair direkt einen Schritt zu. Kevin hatte scheinbar nichts mehr im Tank und musste direkt abreißen lassen. Ich hing bis zum Finish etwa 10-15m hinter Alistair, konnte die Lücke aber nicht mehr schließen. Mit einer Sekunde Rückstand war es wieder ein sehr knappes Rennen, aber ich bin durchaus zufrieden und gegen einen Doppel-Olympiasieger darf man auch schonmal verlieren.

Leider hat es mich nach dem Rennen noch komplett ausgeschaltet und ich bin richtig krank geworden. Nun heißt es also erstmal ein paar Tage die Beine hochlegen und schnell wieder gesund werden.