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Weltmeisterschaft - London

Weltmeisterschaft - London

Zusammen mit den Junioren reisten wir als eines der ersten Teams nach London denn unsere Wettkämpfe standen schon am Donnerstag auf dem Zeitplan. Dass die Briten bei einigen Dingen recht entspannt sind stellte sich schnell am Flughafen heraus. Unser Flieger aus Hannover hatte einen Kratzer in der Außenhülle und dies musste direkt mit British Airways geklärt werden. Das kostete uns gerade mal eine Stunde, die wir bequem im Flieger verbringen durften. Leider war damit auch unser Shuttlebus in London abgefahren. Doch keine 30 Minuten nach uns traf schon der Flieger mit der restlichen Reisegruppe aus Frankfurt ein. Nachdem wir noch eine weitere Stunde auf Spanier, Österreicher und Brasilianer gewartet hatten, ging es eine Station weiter. Aus dem Flughafen raus, rein in den Bus! Dies ging relativ zügig und auch unser Busfahrer schwang sich sogleich hinters Steuer. Doch nach den ersten 1,5m entschied er sich wohl doch nochmal für eine kurze Pause und ließ uns weitere 30 Minuten im Bus warten. Als es nun endlich mit etwas Verspätung los ging, bekamen wir eine Stadtrundfahrt und Stau inklusive.  Acht Stunden Reisezeit.... nicht schlecht, das hätte man auch fast mit dem Auto geschafft  ;-)

Am Donnerstagfrüh wurde ich von einem leisen Regenprasseln auf unserem Hotelfenster geweckt. Sogleich erfolgte der erste Griff zum Handy, um den Livestream der Juniorinnen zu verfolgen. Diese legten mit einer Bronze-Medaille nicht schlecht vor. Nach dem Frühstück folgte der zweite Start, diesmal waren die Junioren an der Reihe. Auch dieses Rennen wurde von uns akribisch verfolgt, genau wie das U23 Rennen der Frauen. Somit war genügend Motivation für den eigenen Wettkampf gesammelt und es konnte losgehen!

Hatte ich schon erwähnt, dass der Regen zwischenzeitig stoppte und nun sogar die Sonne zwischen den Wolken hervorlinste? Die Außentemperatur war trotzdem relativ frisch, genau wie die des Wassers mit etwa 15 Grad. Beim Check-In wurde ich wie schon so oft in dieser Saison von einem Fanclub aus Lehrter überrascht, der, wie sollte es auch anders sein, kräftig für Stimmung sorgten. Um 15:00 Uhr fiel der Startschuss für unser Rennen. Nach nur wenigen Metern hatte ich reichlich Platz zum Schwimmen und kam  in der Spitze um die erste Boje. So einen Schwimmstart hatte ich schon lange nicht mehr erwischt und es schwamm sich zur Abwechslung auch mal recht angenehm, sprich ohne Prügelei,  in der Spitze. So kam ich auch nach den zwei Schwimmrunden à 750m gut aus dem Wasser. Schnell bildete sich eine 20-Köpfige Spitzegruppe auf dem Rad. Für meinen Geschmack etwas groß, dies lässt sich jedoch nicht mehr groß beeinflussen. Die ersten Runden arbeiteten wir auch sehr gut zusammen und vergrößerten unseren Vorsprung auf die Verfolge auf über 1min. Gegen Ende war die Bereitschaft zur Führungsarbeit jedoch extrem eingeschlafen und wir verloren bis zum Wechsel deutlich an Vorsprung.

Auf der Laufstrecke verlor ich schnell meine Führung, die ich mir durch den Wechsel erobert hatte. Doch nach einem guten Kilometer kam ich richtig gut in Fahrt. Dieser Höhenflug war jedoch nach der ersten von drei Laufrunden schnell vorbei und ich bracht komplett ein. Für eine gesamte Runde ging bei mir nichts mehr, aber auch überhaupt nichts mehr... ich verlor den Anschluss an die Spitze komplett und wurde weit nach hinten durchgereicht. Komischerweise erholte ich mich von diesem „Sturzflug“ und konnte auf der letzten Runde nochmal den Turbo anwerfen. Dies brachte mich nochmal fünf Platze weiter nach vorne und so landete ich am Ende auf dem 23. Platz. Nicht wirklich zufriedenstellend musste ich nach dem Rennen feststellen. Doch mit etwas Abstand betrachtet und einer kleinen Analyse mit meinem Coach, war der Wettkampf doch gar nicht so schlecht wie ich vielleicht im ersten Moment empfand.

Da unser Rückflug erst am Montag anstand, konnte ich das erste Mal die Zeit nach dem Wettkampf so richtig genießen und zusammen mit den Lehrtern auf Sightseeing-Tour gehen.  Leider größtenteils bei Londonstyle-Wetter. Das letzte Highlight stand am Montag früh an, die Abreise um 3:00 Uhr nachts:

Pünktlich um 2:55 Uhr betraten wir die Lobby unseres Hotels. Noch genügend Zeit die Tasche zu packen, bevor der Bus fuhr. In der Lobby trafen wir auf unseren Schwimmtrainer Hannes, der ebenfalls schon auf den Bus zum Flughafen wartete. Seiner sollte jedoch schon um 2:00 Uhr fahren... Naja, dann kommen wir hier wenigstens pünktlich weg, auch wenn es halt der frühere Bus sein sollte, dachte ich mir. Zurück in der Lobby warteten wir also zusammen auf den Transfer, der dann auch nach mehreren Telefonaten um 3:30 Uhr vor unserem Hotel parkte. Rein in den Bus und ab geht’s! Dies funktionierte deutlich besser als auf dem Hinweg.

 

Wie schon auf dem Hinweg klapperten wir ein Hotel nach dem Anderen ab und der Bus füllte sich langsam. Als ich nach einer guten Stunde aus dem Fenster sah musste ich jedoch registrieren, dass wir gerade wieder vor unserem Hotel vorgefahren waren. Die deutschen Athleten, die nun zu uns in den Bus stiegen staunten nicht schlecht, als sie uns erspähten, kann ich auch gut verstehen :-D Wir standen also wieder bei Null. Da es nun auch knapp mit Hannes Flug wurde, durfte er aus dem Bus austeigen und bekam einen Sondershuttle. Der Rest machte sich auf eine neue Runde quer durch London. Wieder sammelten wir an den verschiedensten Hotels Athleten ein, bis wir dann endlich nach 2,5h am Flughafen ankamen.