Justus Nieschlag - mein Blog

 

WTS Abu Dhabi

WTS Abu Dhabi

Das erste Rennen der World Triathlon Series fand in Abu Dhabi statt, dies war zugleich auch mein Saisoneinstieg. Nach dem Winter mit reichlich Trainingsstunden freute ich mich nun endlich darauf, das zu tun wofür ich den ganzen Spaß mache, nämlich Rennen bestreiten. Mit Abu Dhabi hatte ich noch eine Rechnung offen, das letzte Mal stand ich vor zwei Jahren an der Startlinie. Nach einem guten Schwimmen stürzte ich am ersten Wendepunkt und fuhr dem Feld hinterher. Keine guten Erinnerungen, diesmal sollte es besser werden. Neue Strecke, neues Glück. Denn seit letztem Jahr findet das Rennen auf Yas Island statt, dort wo sich die Formel 1 Strecke und die Ferrari-World befinden. Geschwommen wurde im Hafen, die Radstrecke führte über die Formel 1 Strecke und war sehr technisch und auch wellig, was man vielleicht nicht erwarten würde. Die Laufstrecke führe ebenso über die Rennstrecke. Als guter Radfahrer freute ich mich auf den Kurs und hoffte, diesen als Vorteil nutzen zu können. 

Zum Reinkommen in die Saison ging es also erstmal über die Sprintdistanz zur Sache. Leider nicht wie erwartet bei schönstem Wetter. Abu Dhabi soll angeblich mit lediglich fünf Regentagen im Jahr auskommen. Komischerweise arbeiteten wir bei unserem 3,5 tägigen Aufenthalt bereits zwei Regentage ab. Dies machte den Radkurs zur Rutschbahn und das Rennen unberechenbar. 

Meine Schwimmleistung war in Ordnung und ich saß direkt in einer großen Verfolgergruppe. Vorne hatten sich fünf Athleten ein wenig abgesetzt. Gleich in der ersten Kurve stürzten die ersten Athleten. Auch in der zweiten Kurve 20m weiter konnte man das bekannte Geräusch von Carbon auf Asphalt vernehmen. Im Slalom ging es um die sich sortierenden Athleten. Durch die Streckenführung war das Feld an einer langen Schnur aufgereiht. Auf der Rennstrecke angekommen begann ich meine Aufholjagd und schaffte nach der ersten halben Runde tatsächlich den Anschluss an die Spitzengruppe. Durch weitere Stürze verkleinerte sich diese jedoch sofort wieder und so befand ich mich völlig überraschend zusammen mit Henri Schoeman allein auf der Flucht. Wir hatten zwar nur einen kleinen Vorsprung aber auf dem Kurs brauchte man eh keine große Gruppe, denn „ausruhen“ war eh nie angesagt. Leider erwischte es dann auch mich mit einem Crash. Die kurze Abfahrt in den Tunnel und die enge Kurve wurden mir zum Verhängnis. Ich stand zwar schnell wieder neben meinem Rad, bekam die verklemmte Kette aber nicht so schnell wieder aufgelegt, so fuhr ich dann erstmal alleine irgendwo im Nirgendwo hinterher. Ich wunderte mich schon im Rennen, warum so viele Athleten im Tunnel stürzten, eigentlich war es dort ja trocken. Ob es stimmt kann ich nicht bestätigen, aber im Nachhinein habe ich gehört, dass dort eine Ölspur gewesen sein soll. Das würde die Stürze zumindest erklären, denn ich bin wirklich vorsichtig gefahren. Dass mein Rahmen beim Sturz einen Riss erhielt hab ich auch erst später im Hotel gesehen, komplett durchgebrochen war er nicht so konnte ich das Rennen wenigsten fortsetzen. Ich hatte die Hoffnung auf eine gute Platzierung auch noch nicht aufgegeben, denn immer wieder fuhr man an Athleten vorbei, die am Streckenrand lagen oder Athleten, die noch vorsichtiger als man selbst unterwegs waren.

Nach und nach bildete sich wieder eine kleine Gruppe um mich, viel ausrichten konnten wir bis zum Wechsel aber nicht. Auf Platz 14 wechselte ich in die Laufschuhe. Die erste Runde lief für mich sehr gut, lediglich Richard Murray kam von hinten vorbeigestiefelt, leider bekam ich dann Seitenstechen und musste einen Schritt rausnehmen. So wurde es von hinten auch nochmal gefährlich. Zum Glück ging es mir gegen Ende wieder besser und ich konnte der Gruppe, die mich von hinten überrollte folgen. Auf den letzten Metern ging es also richtig zur Sache. Zu dritt erreichten wir alle nebeneinander die Zielgerade. Das war vielleicht ein Finish! Und das beste: ich konnte es für mich entscheiden und mir damit den 15. Platz sichern. 

Es wäre sicher mehr drin gewesen, aber hätte, wenn und aber helfen auch nicht weiter. Ich konnte für mich viel mitnehmen und habe gesehen, dass ich durchaus in der Top 10 mitmischen kann. Die Saison ist noch lang und so wartet auch Ende April schon die nächste Chance auf mich. 

Jetzt geht es nach dem Leistungstest der Deutschen Triathlon Union erstmal mit dem Landeskader aus Niedersachsen nach Mallorca ins Trainingslager :-)

 

 

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