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WTS Cape Town

WTS Cape Town


Mit einem guten Gefühl aus dem letzten Jahr machte ich mich auf die Reise nach Kapstadt zum nächsten WTS Rennen. Doch leider entwickelte sich der Trip nicht nach meinen Vorstellungen.

Schon in den Vorbelastungen spürte ich, wie meine Arme und Beine brannten und ich mich fast ein wenig quälen musste, um die eigentlich moderaten Geschwindigkeiten und Zeiten zu erreichen. Normalerweise darf einen so etwas vor dem Wettkampf nicht jucken.

 

Am Renntag fuhr ich mir dann noch auf dem letzten 300m vor der Wechselzone einen Plattfuß. Gut, dass unsere Wettkampfstrecke vorher noch mal gereinigt wurde... ich schlitze mir ordentlich den Schlauchreifen auf, doch dank der Pannenmilch konnte ich noch zum neutralen Wheel-Stop fahren, der natürlich noch nicht aufgebaut war. Nachdem ich endlich einen Verantwortlichen gefunden hatte, wurde ich zur zweiten Wechselzonen ins Stadion geschickt, um dort am Team-Wheel-Stop nach einem Laufrad zu fragen. Das ganze wäre leichter gewesen, wenn wir unsere eigenen Ersatzlaufräder gehabt hätten, hatten wir aber leider nicht. Irgendwann fand ich einen sehr bemühten Verantwortlichen, welcher mir versicherte, dass er mir Ersatz zum Schwimmstart bringen würde.

Nachdem ich soweit in der Athleteslounge angekommen und eingecheckt hatte, kam sogar ein Ersatzrad! Der Radmechaniker sollte mir das Hinterrad wechseln und stellte dabei glücklicherweise fest, dass auch das Ersatzrad kaputt war. Eine Speiche war aus der Narbe gerissen und blockierte so den Freilauf. Kurzerhand wurde die Speiche entfernt, was jedoch einen enormen „Achter“ zur Folge hatte. So konnte ich auf dem Kurs definitiv nicht fahren...dann lieber auf 2 Bar. Zum Glück war Coach Dan gleich nachdem er die Info erhielt, zum Hotel aufgebrochen, um ein Hinterrad der Damen zu organisieren. So bekam ich zwar einen Shimano Freilauf, lief aber trotzdem gut, vielen Dank noch mal an Laura!

Als letzter checkte ich so ein und kam so langsam unter Zeitdruck, nur noch 20min zum Start. Also rein in den Neo, rein ins Wasser und noch ein paar Meter an das kühle Nass gewöhnen. Da sich die Strömung wohl geändert hatte, war das Wasser bei uns etwas wärmer als bei den Damen. Mit 11,8 Grad nur knapp am Neoverbot vorbei, daher ging ich auch die ganze Zeit von zwei Schwimmrunden aus, bekam aber beim Line-up noch schnell die Info, dass nur eine Runde geschwommen wird. Gut, hätten wir das also auch geklärt, noch irgendwelche Infos die ich brauche!? Dan formulierte es vor dem Start so: „Justus, neben dir möchte ich jetzt nicht auf dem Ponton stehen ;-)!“

Der Schwimmstart verlief sehr gut für mich, meine beiden Nachbarn schwammen zur jeweiligen Seite und bei mir entstand eine große Lücke, vielleicht ahnten sie was von meinem Wut-Adrenalin-Gemisch, ich weiß es nicht genau... ich entschied mich für den linken Zug und kam gut um die erste Boje, anschließend war nur noch Beine halten und nicht einfrieren angesagt. Eigentlich hätte man das Schwimmen auch weglassen können, denn auf dem Rad fuhren wir alle zusammen und zwängten uns über den winkligen Kurs.

Schon auf der Radstrecke bekam ich erste Probleme, eigentlich fahre ich gerne vorne um unnötige Antritte und Stürze zu vermeiden, doch irgendwie fehlte mir die Kraft mich vorne zu halten. Immer wenn ich es mal bei eingeschlafenem Tempo schaffte, nach vorne zu kommen, ging es bei der nächsten Attacke wieder schnell nach hinten. Gut, dass in der letzten Runde noch mal gebummelt wurde, so kam ich weiter nach vorne und stieg nicht ganz hinten vom Rad.

Wie es sich schon auf dem Rad ankündigte, ging beim Laufen überhaupt nichts vorwärts. Ich stand komplett und wuchtete meine Betonfüße über die Strecke, nach 5 km einigten wir (Dan und ich) uns auf die Erlösung und so stieg ich im Stadion aus dem Rennen aus. Schon eine bittere Enttäuschung für mich, da ich ungern Rennen einfach so beende, doch hier war heute wirklich nichts zu gewinnen. Nun freut sich mein Körper auf ein paar Wochen Deutschland und einen guten Trainingsblock! Vielleicht sieht man sich ja in Buschhütten beim Bundesligarennen, ich werde an der "Linie" stehen! Ansonsten werde ich beim WTS-Rennen in London wieder angreifen.

See ya, euer Justus