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WTS Edmonton

Wofür Regeln, geht ja auch wunderbar ohne!

Genau nach diesem Motto handelte die ITU mal wieder beim Wettkampf in Edmonton. Laut Regelwerk wäre ein Duathlon angesagt gewesen, nicht dassich besonders Lust auf einen Duathlon gehabt hätte, doch nach diesem Wettkampf muss ich ganz klar sagen, es gibt ein Regelwerk und das auch nicht ohne Grund. 16,1 Grad Wassertemperatur und 7,6 Grad Außentemperatur zeigte das Thermometer in Edmonton an. Wir sind auch nur Menschen und wollen uns sicher alle einer langen Gesundheit erfreuen!

 

Kaum am Wettkampfort angekommen trafen auch schon die ersten Damen in der Athletleteslounge ein, nicht weil ihr Rennen noch bevor stand, sonder weil ihr Rennen gerade bei widrigsten Bedingungen stattfand. Die ersten Unterkühlten schlotterten ins Zelt, gestützt durch Helfer. Nach und nach wurden es mehr, obwohl das Rennen noch lief. Eine nach der anderen klappte zusammen. Dieses Bild bekamen wir direkt vor unserem Start geboten. So etwas muss man vor dem Wettkampf einfach ausblenden und weiter seine Routine abspielen.

Genau so grandios ging es für mich beim Schwimmen weiter. Ich erwischte einen guten Start kam wunderbar weg und hatte auch eine gute Schwimmform, zum Glück! Beim Briefing heißt es immer so schön, bei einem Fehlstart werden sich Kajaks vor euch quer Stellen, euch anhalten und zurück schicken. Bis jetzt hab ich dies noch nicht erlebt. Doch kurz nach dem Start stand ein solches Kajak quer vor uns. Doch da alle weiter schwammen, tat ich es auch. Beim nächsten Kajak vor mir, wurde ich langsam stutzig, weil es wirklich direkt vor mir quer stand. Ich stoppte kurz und fragte: „Neustart?!?“, die Reaktion dauerte mir zu lange, alle schwammen weiter, also vorbei am Kajak und weiter. Ich hielt zwar nicht lange an, doch allein durch abbremsen, fragen und weiter schwimmen verlor ich reichlich an Boden. Ich ärgerte mich dermaßen und hatte Sorge um den Anschluss an die Radgruppe. Vielleicht könnte ich meinen Ärger ganz gut umsetzen , denn ich stieg gerade noch mit Anschluss an die erste Gruppe aus dem Wasser.

Auf den ersten Radmetern, wurde mir klar wie kalt es überhaupt war. Seid ihr schon mal mit einem Nassen Einteiler bei 7 Grad auf euer Rennrad gestiegen? Es prickelte heiß und kalt auf meiner Haut und nach einer Runde war ich nur noch damit beschäftigt den Lenker trotz Zittern gerade zu halten. Nach 20km auf dem Rad spürten sich meiner Hände und Füße doppelt so groß an. Sehr überraschend bekam ich den Helm noch recht schnell abgesetzt, obwohl ich kein Gefühl mehr hatte. Die Schuhe anzuziehen war schon etwas schwieriger und ich verlor reichlich Zeit. Auf der ersten Runde war mir so kalt, dass ich weder meine Arme richtig schwingen konnte, noch ein großer Schritt möglich war. So tippelte ich vor mich hin und hoffte, alles würde bald ein Ende haben. Im Ziel angekommen halfen auch diverse Decken und mehrere Lagen Winterkleidung nicht. Das heiße Getränk konnte ich selber nicht in der Hand halten, ohne den Inhalt über mich zu verschütten. Erst nach einer heißen Dusche im Hotel kam das „Leben“ wieder zurück. Ich möchte mich hier nicht "ausweinen", sondern darauf aufmerksam machen, dass hier eine Grenze überschritten wurde! Im Endeffekt bin ich froh, wieder heile angekommen zu sein. Das Ergebnis ist natürlich enttäuschend, aber zweitrangig.

Ich kann nur hoffen und an die ITU appellieren, dass Regeln in Zukunft vielleicht doch etwas ernster genommen werden. Auf ein Neues in Chicago....