Mein Blog

 

WTS Hamburg

WTS Hamburg

Beim Heimrennen in Hamburg lief bei mir leider nicht alles ganz nach Plan, doch fangen wir mal von vorne an.

Die Stimmung in Hamburg ist einfach grandios, schon in der Athlet's Lounge direkt neben der Tribüne bekam ich Gänsehaut, als wir das Finish vom Frauenrennen ansahen. Kaum ging es in die Wechselzone, musste man sich schon taub stellen, ansonsten hätte ich es nicht mehr pünktlich zum Start geschafft. Allein aus meinem Heimatverein Lehrte, waren bestimmt 30 Leute an der Strecke um mich nach vorne zu peitschen.

 

Mit Startnummer 47 gab es beim Schwimmstart keine große Auswahl mehr und beim Frauenrennen zeigte sich schon, dass rechts die schnellere Seite ist. Max und ich standen direkt nebeneinander und hatten uns vorher schon etwas abgesprochen, dass wir uns nicht gegenseitig bremsen. Unser Plan ging recht gut auf und so konnten wir uns schnell freischwimmen und uns in den rechten „Zug“ einsortieren. Somit war auch die erste Radgruppe gesichert. Die ersten zwei Runden auf dem Rad wurde nicht groß überlegt und das Tempo war extrem hoch. Die nächsten Runden waren leider auch nicht entspannter, da ich den Rest im Stehen absolvieren musste. Am Ende der Wechselzone gab es eine kleine Rampe zur Überbrückung einiger Stufen. Mit dem richtigen Tempo hob man hier sogar für einen Moment ab. Zu Beginn der zweiten Runde stellte ich dann fest, dass mein Sattel nach der Rampe anfing zu wackeln. Die Bewegungsamplitude meines Sattels wurde immer größer und kurze Zeit später begann es hinter mir zu klingeln. Das war dann wohl die erste Schraube, dachte ich mir. Mittlerweile war ein Sitzen schon fast nicht mehr möglich und zwei Kurven später schepperte es erneut, diesmal vermutete ich die zweite Schraube und den Rest der gesamten Halterung. Nach der Kurve richtete ich mich vorsichtig auf und griff nach dem Sattel, den ich auch sofort in der Hand hielt. „Super und was mach ich jetzt? Wohin mit dem Sattel?“

Erstmal nahm ich den Sattel in den Mund, irgendwo auf der Strecke wollte ich ihn nicht lassen. Keine 300m später konnte ich den Sattel meinem Trainer vor die Füße werfen. Nun hieß es im Wiegetritt durchziehen! Meinen Gewichtsvorteil musste ich jetzt nutzen, vielleicht würde sich der neue Trend ja durchsetzten ;)

Relativ schnell wurde mir aber bewusst, wie anstrengend es sein kann, im Stehen zu fahren. Gut, dass ich im Winter ein paar Spinning-Stunden hatte. Kurz vor Ende der letzten Runde begann ich über meine Wechselstrategie nachzudenken. Die Lösung war mein Oberrohr! Die Zeit reichte gerade, um auf dem Rohr sitzend die Schnallen am Schuh zu öffnen, bevor die ersten Krampfansätze ein ernstes Problem wurden.

Damit gelang mir leider kein grandioser Wechsel, aber immerhin musste ich nicht mit Radschuhen zu meinen Platz laufen. Die ersten Meter liefen nicht wirklich rund, ich hatte auch nichts anderes erwartet. Entgegen meiner Sorge kam ich nach einiger Zeit recht gut ins Rollen, was jedoch nur für die erste Runde anhielt.

Auf meiner zweiten Runde bekam ich dann noch leichte Magenprobleme dazu und musste endgültig reißen lassen. Da das Feld so eng war, kostete mich die letzte Laufrunde viele viele Plätze. Die Zuschauer und mein Fanclub gaben ihr Bestes, ich glaube nächstes Jahr sollte ich mal über Ohropax nachdenken^^

Das Ergebnis war für mich nicht wirklich zufriedenstellend, immerhin hab ich bis zum Ende gekämpft und alles versucht. In diesem Sinne.... Hamburg ich komme wieder, versprochen!!

Vielen Dank Hamburg, größten Dank Lehrte :)